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Der geliebte Stubentiger: Artgerechte Haltung in der Wohnung

Autorin:Jenna Eatough.
Die Katze zählt zweifelsohne zu den beliebtesten Heimtieren der Deutschen. Ob Freigänger oder Hausmietze: Stets sind eine Reihe von Vorkehrungen zu treffen, bevor der neue Mitbewohner einzieht. Insbesondere das Samtpfötchen, dessen Reich sich auf die Wohnung beschränken soll, bedarf einer besonderen Vorsorge – immerhin muss seiner Vorliebe, herumzutoben, auf begrenztem Raum gerecht werden. Was muss Frau- oder Herrchen also alles unternehmen, um seine Fellnase glücklich zu machen? Der folgende Text verschafft einen Überblick.

Gerade in größeren Städten geht das Halten von Katzen mit Freigang zumeist mit einem ständigen Bangen um das Wohlbefinden des geliebten Stubentigers einher. Die Verkehrslage stellt diesbezüglich das Ausschlusskriterium Nummer eins dar – der Liebling wird also zur Wohnungskatze. Dem Mythos, eine artgerechte Haltung sei innerhalb der eigenen vier Wände unter keinen Umständen möglich und stelle Tierquälerei dar, weisen auch Experten zurück; ein zufriedenes Katzenleben wird nämlich vielmehr durch die Größe ihres Territoriums – der Wohnungsgröße - bedingt. Der Bewohner eines kleinen 1-Zimmer-Apartments sollte daher von der Anschaffung einer Katze absehen. Grundsätzlich sollten der Hauskatze mindestens 50 m² zum Herumtollen zur Verfügung stehen – bei einem Katzenpärchen sogar 60 m². In jedem Falle ist aber das vorherige Erbitten der Erlaubnis des Vermieters zur Tierhaltung angezeigt. Der Bundesgerichtshof (BGH) kam jedoch zur Entscheidung, dass das Halten von Katzen vom Vermieter nicht pauschal verboten werden darf. Was aber, wenn der Mietvertrag dies ausschließt? Im Einzelfall ist dann eine Feststellung der genauen Umstände angezeigt, welche dem Wunsch der Katzenhaltung entgegenstehen. Der Vermieter steht in der Pflicht, seine maßgebliche Begründung mitzuteilen. Hunde oder Katzen in Mietwohnungen werden aber in der Regel vom Richter genehmigt, sofern kein triftiger Grund dagegen vorgebracht werden kann.
Nicht nur die Wohnungsgröße entscheidet über die Lebensfreude des Heimtieres. Wichtig ist außerdem das Bereitstellen mindestens einer Katzentoilette, welche regelmäßig gesäubert wird. Hinsichtlich der beim Putzen aufgenommen Haarballen im Katzenkörper ist außerdem das Anbieten einer Portion Katzengras empfehlenswert. Auch die geistige Auslastung der Mietze spielt eine große Rolle im Rahmen ihrer Zufriedenheit: Die energiegeladene Samtpfote liebt das Toben und hat durchaus gern Mal ihre fünf Minuten. Ratsam sind daher ausreichend Katzenspielzeug (der Jagdtrieb muss befriedigt werden!) sowie ein Kratzbaum. Letztgenanntes ist ebenso für die Krallenschärfung essentiell – sonst muss gegebenenfalls das Sofa für diesen Zweck herhalten. Wer seinem tierischen besten Freund nicht genug Spielsachen anbietet, läuft Gefahr, dass dieser vereinsamt. Tipp: Beschaffen Sie sich einen Clicker! Katzen sind sehr aufmerksame Tiere, welche mentale Förderungen begrüßen; außerdem können Sie so die Mensch-Stubentiger-Bindung stärken.
Wer sich über das Thema „Mietrecht und Haustiere“ weitergehend informieren möchte, findet hier entsprechende Informationen. Zudem bietet das vom Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V. betriebene, kostenlose Ratgeberportal www.anwalt.org viele weitere Ratgeber, Informationen und E-Books zu aktuellen Brennpunktthemen.

Die Katzenliebhaberin Jenna Eatough studierte an der Universität Regensburg zunächst Rechtswissenschaften mit Abschluss der juristischen Zwischenprüfung und dann Medienwissenschaften (BA). Heute lebt sie in Berlin und ist unter anderem als freie Journalistin für verschiedene Verbände tätig.