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Tierheiligenkapelle am Tierheim eingeweiht
Über 100 Gäste waren gekommen, um bei strahlendem Sonnenschein der Einweihung und Segnung der Tierheiligenkapelle am Tierheim beizuwohnen.

Für Tessy Lödermann, die die Gäste begrüßte, war es eine besondere Freude und Ehre, S.K.H. Herzog Franz von Bayern begrüßen zu können, "der durch seine Anwesenheit seine Wertschätzung für unser Tierheim und den Tierschutz zeigt".

"Ob Tiere eine Seele haben, ob auch sie in einen Himmel kommen, darüber streiten sich seit jeher Theologen, Philosophen und Tierfreunde. Eines ist aber sicher, nicht nur wir Menschen haben Schutzpatrone, sondern auch die Tiere," so Tessy Lödermann.
Sie führte dann in den Welt der tierischen Schutzpatrone ein: Für die Hunde sei der hl. Dominikus zuständig, der hl. Martin für die Gänse, der hl. Ambroisius für die Bienen, für die Fische der hl. Benno, um die Hühner sorgen sich gleich zwei Heilige, die hl. Notburga und die hl. Hildegard von Bingen und für die stolzen Gockel ist der hl. Petrus zuständig. Der hl. Lukas hat den Stier als Begleiter und der hl. Markus den Löwen. Der Schutzpatron für die Schweine sei der hl. Antonius der Große, im Volksmund auch der "Fackentoni" genannt.
Nur für die Katzen habe sie keinen Heiligen gefunden. Immerhin sei sie auf den Salzburger Fürsterzbischof Sigismund gestoßen, der sich ca. um 1750 in Salzburg liebevoll um herrenlose Katzen (und Hunde) gekümmert hat. In der fürstbischöflichen Residenz in Salzburg soll das gesamte Mobilar zerfetzt gewesen sein. Nach seinem Tod musste alles neu bezogen und renoviert werden....

Den Tierheiligen, die für unser Werdenfelser Land eine besondere Bedeutung haben, ist die kleine Wegkapelle gewidmet: Dem hl. Korbinian mit dem Bären, der der Schutzheilige unserer Erzdiozöse München und Freising ist. Dem hl. Franz von Assisi, dem Schutzpatron der Tiere und Tierschutzvereine schlechthin, der den Tieren predigte und sie seine Brüder und Schwestern nannte und dem hl. Hubertus, der sogar an Weihnachten seiner Jagdleidenschaft nachging und dem ein Hirsch mit einem leuchtenden Kruxifix im mächtigen Geweih erschien. Hubertus senkte die Armbrust, kniete nieder und änderte sein Leben. Der hl. Leonhard, der Schutzpatron der Haustiere, ist mit einem Haflinger, einem braunen Bergschaf und einer Murnauer Werdenfelser Kuh, den alten Haustierrassen des Werdenfelser Landes dargestellt.

Tessy Lödermann dankte der anonymen Spenderin, der Architektin Martina von Thurn, den beteiligten Handwerkern und vor allem Gitta Wünsch und Karl Berndt, die ehrenamtlich in vielen Tagen Arbeit die Kapelle mit den Tierheiligen und vielen Tieren vor der Kulisse des Wetterstein ausgemalt haben. Sie freute sich darüber, dass durch viel ehrenamtliches Engagement und das Entgegenkommen von Handwerkern, die Wegkapelle nicht einmal 10.000.-- Euro gekostet hat "dafür bekommt man nicht einmal einen Autostellplatz".

Landrat Anton Speer lobte in seinem Grußwort den schönen Standort am Wanderweg und die gelungene, künstlerische Ausführung der Kapelle: "Wer baut denn in der heutigen Zeit noch eine Kapelle? Dieses Schmuckstück wird viele Menschen erfreuen und ist eine Bereicherung für unseren Landkreis."

Pfarrer Francis Pazhoora vom katholischen Pfarramt St. Martin berichtete, dass er als Student selber Hunde gehalten und dadurch erfahren habe, "dass Tiere einen Menschen in Einklang mit der Natur bringen und sie Teil der Schöpfung sind."
Pfarrerin Ulrike Winkler vom evangelischen Pfarramt griff zur Gitarre und gemeinsam mit den Anwesenden sang sie ein altes Kirchenlied, in dem zum Schutz der Tiere aufgerufen wurde. Sie hatte auch sehr treffende Führbitten vorbereitet, die von anwesenden Tierfreunden vorgetragen wurden.
Abt Khenpo Jamyang Gompo vom Sakya Kloster im südindischen Mundgod, sprach ein buddhistisches Segensmantra. Pfarrer Francis Pazhoora segnete die kleine Kapelle, die fortan "ein Ort der Ruhe und der Besinnung sein soll, der darauf
hinweist, dass auch Tiere unsere Mitgeschöpfe sind."

Sichtlich gerührt war Tessy Lödermann, als ihr Apt Khenpo Jamyang Gopo geweihte Kerzen aus Padua und Assisi überreichte.

Die Feier wurde musikalisch umrahmt von Valerie (Akkordeon) und Renate Ostler (Harfe). Sichtlich berührt waren die Gäste als Karl Berndt, der die Wettersteinkulisse gemalt hatte, zur Gitarre griff und zusammen mit Renate Ostler vor der Wettersteinkulisse das Lied "Im Kranz der Berge" sang.

Eine besondere Freude war auch die Bank, in Form einer Murnau- Werdenfelser- Kuh, die vor der Kapelle zum Verweilen einlädt. Sie war ein sehr gefragtes Fotomotiv und wird es sicher bei den künftigen Besuchern auch werden.

Bei Kas-Pressknödeln mit Salat und Kaiserschmarrn mit Apfelmus, frisch gekocht von dem Spitzenkoch Hansjörg Betz (bekannt aus "The Taste" ) verbrachten die Gäste noch schöne gemeinsame Stunden in unserem Tierheim.
Alle waren sich einig: "Es war eine gelungene Feier an einem wunderschönen Tag!"

Auf den Bildern sehen Sie noch einige Impressionen von der Einweihung.