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Unser Wild braucht unseren Schutz
Auch in Zeiten des Klimawandels - mehr Achtung für unsere Wildtiere
Deutscher Tierschutzbund Landesverband Bayern e.V.
Resolutionzur Mitgliederversammlungam 23.11.2019 in Nürnberg

Derzeit ist die Diskussion um den Klimawandel und den damit verbundenen klimaangepassten Waldumbau in vollem Gange. Unter der Leitlinie „Wald vor Wild“ wird von nahezu allen Akteuren eine massive Reduktion der Schalenwildbestände gefordert. Unsere heimischen, wildlebenden Huftiere (Reh, Rot-und Gamswild) werden oft nur noch als „Waldschädlinge“ wahrgenommen, die bekämpft werden müssen. Wissenschaftler haben in einer aktuellen Studie (Reimoser (2018) Wildschadensproblem und Forst-Jagd-Konflikt im Alpenraum-Hintergründe, Entwicklungen, Perspektiven.
Jahrbuch des Vereins zum Schutz der Bergwelt, 83: 61-116) belegt, dass die Formel „mehr schießen, weniger Wild, weniger Wildschaden“ nicht funktioniert. Auch geht in der aktuellen Diskussion vollständig unter, dass Rotwild nur 14 Prozent der bayerischen Landesfläche (Rotwildgebiete) nutzen darf und dass dem Gamswild, das eine geschützte Art gem. Anhang 5 der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) ist, nur ein kleiner Teil seines natürlichen Sommer- und Winterlebensraums (aufgrund der Schutzwaldsanierungsflächen und -gebiete) zur Verfügung steht. Der Deutsche Tierschutzbund, Landesverband Bayern e.V. stellt fest, dass bei dem notwendigen Waldumbau sowohl das Augenmaß im Umgang mit unserem Wild, als auch Aspekte des Tierschutzes, des Muttertierschutzes und dieTatsache, dass Wildtiere, auch das Schalenwild, wichtige Faktoren im Ökosystem Wald, sind, nicht außer Acht gelassen werden dürfen und Verbissschäden häufig durch massiven Freizeit- und Jagddruck und fehlendes oder falsches Wildtiermanagement ausgelöst werden.
Wir fordern daher:
Anerkennung von Wildtieren, auch der Huftiere, als integraler Bestandteil des Waldökosystems.
Lebensraumverbesserungen für das Schalenwild durch jagdfreie Äsungsflächen und die großflächige Ausweisung von Wildruhezonenund Wildschutzgebieten als Instrumentedes Wildtiermanagements.
Tragfähige Fütterungskonzepte für Notzeiten, sowohl für Rot-, als auch für Rehwild.
Jagd unter strikter Einhaltung des Tierschutzgesetzes und des Muttertierschutzes.
Keine großflächigen Schonzeitaufhebungen und Nachbeantragung von Abschüssen.
Kürzere Jagdzeiten, Einstellung der Jagd spätestens am 15. Dezember.
Keine Lockerung des Nachtjagdverbotes.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund Landesverband Bayern e.V.