Tierschutzverein des Landkreises Garmisch-Partenkirchen e.V. ~ Tel. 0 88 21 / 559 67 -> Notfallnummer 0160 / 951 342 00
Tierschutzverein des Landkreises Garmisch-Partenkirchen e.V.
Mit Kreativität & Einsatz
Ob Kunst- und Krempel-Auktion, Floh- und Weihnachtsmärkte, Benefizveranstaltungen, Stofftierverkauf, unsere eigenen Koch- und Bilderbücher, der Tierheimkalender, Altkleidercontainer, Futterboxen, monatliche Veranstaltungen im Tierheim, ... wir sind sehr kreativ dabei, Tierfreunde für unsere Arbeit zu gewinnen und das nötige Geld für den Betrieb des Tierheims aufzutreiben.

Neben unserem Tierheim, das bundesweit als "Vorzeigetierheim" Anerkennung findet und schon eine ganze Reihe von Preisen und Auszeichnungen erhalten hat, leisten wir auch "außerhalb" engagierten Tierschutz. Wir sind immer mit vor Ort, wenn es gilt Tiere aus illegalen Transporten, aus Animal hoarding-Fällen aufzunehmen, Katzenkastrationsprojekte durchzuführen oder uns auch für die Rechte der Tiere einzusetzen.

Wir sind dankbar für jede Unterstützung!

Rückblicke
02.11.2015 Artikel im Garmisch-Partenkirchner Tagblatt
Tierschutzverein mit Vorbildfunktion

Garmisch-Partenkirchen - Die Arbeit wird nicht weniger: Trotzdem meistert der Tierschutzverein seine Arbeit mit Bravour. Auch dank prominenter Unterstützer.

Bundesweit hervorragender Ruf.

„Die Gründer unseres Vereins vor 61 Jahren hätten ihre helle Freude, könnten sie unsere jetzige Arche Noah sehen“. Tessy Lödermann, rührige Chefin des Tierschutzvereins Garmisch-Partenkirchen seit 1999, hat nicht nur dessen Mitgliederzahl von 200 auf mehr als 1100 erhöht, vielmehr wurde unter ihrer Regie in erster Linie ein Tierheim geschaffen, das nicht nur landes-, sondern auch bundesweit als herausragend gilt: Bei der Jahresversammlung im Gasthof Schatten freute sich Lödermann dann auch sehr über diese Vorbildfunktion. „Doch weil wir ja nicht auf einer Insel der Seligen leben, wird die Arbeit mit leidenden und gequälten Tieren nicht weniger.“
Im vergangenen Jahr hatte der Verein 1196 Tiere in seiner Obhut, denn Tierschutzarbeit ist auch ein Spiegelbild unserer Gesellschaft: Von finanziellen Notlagen, von Scheidungen, Mietnomaden, Gefängnisaufenthalten und psychischen Erkrankungen sind nämlich nicht nur die Menschen betroffen, sondern häufig auch ihre Tiere, „die dann, so Lödermann. „zu uns ins Heim kommen“. Im Einzelnen betreute der Verein im vergangenen Jahr 315 Hunde, 542 Katzen, 156 Kleintiere, je 70 Exoten und Ziervögel, 27 Wildtiere, 15 Wildvögel und - ein Schaf. Während von den 315 Hunden 160 im Haus unterm Kramer lediglich auf Pension untergebracht waren, handelte es sich bei immerhin 77 um Fundtiere. Bei den 461 Katzen war diese Zahl mit 174 sogar noch erheblich höher. Zudem seien 54 Katzen als herrenlose Streuner eingefangen worden und nach der tierärztlichen Kastration wieder an Futterplätzen ausgesetzt worden.

Unter den Kleintieren befand sich vom Kaninchen bis zur Wüstenrennmaus ein sattes Sortiment verschiedenster Vierbeiner, bei den Exoten waren nicht nur mehrere Arten von Schildkröten, sondern sogar ein paar Krebse und Teichmuscheln: „Die hat ein Patient in die Psychiatrie mitgebracht“, sagte Lödermann. „Wir übernahmen sie dann, und mittlerweile erfreuen sie sich in heimischen Seen ihres Lebens.“ Die Arten der betreuten Ziervögel reichen übrigens vom Edelpapagei über den Ziegensittich bis zum Kanarienvogel, während die wieder ausgewilderten Wildvögel – das Tierheim ist offizielle Wildtier-Auffangstation – vom Turmfalken über den Habicht bis zum Schwan reichen.

Ein großer Erfolg ist auch das Kochbuch des Vereins gewesen, ebenso der Tierheim-Kalender. Der Verein ist obendrein Mitveranstalter des Gams-Symposiums gewesen und engagiert sich in der Rehkitz-Rettung: „Wir haben dafür die neuen Rehkitz-Retter angeschafft, die wir an interessierte Landwirte verleihen und zudem aus einer Spende der Kreisjägerschaft Wildwarngeräte erworben, die wir in den kommenden Wochen an Straßen im Landkreis anbringen“, sagt Lödermann.

Mittlerweile sind auch die zwei großen Hunde-Ausläufe auf dem 4675 Quadratmeter neuen Gelände neben dem Tierheim fertig. „Das kostete uns samt Baumfäll- sowie Erdarbeiten und Zäunung über die Kaufsumme von 80.877 Euro hinaus weitere rund 90.000 Euro“, teilte die Vorsitzende mit.

Über die Finanzen des Vereins gab schließlich Schatzmeisterin Christine Führler-Wolf Auskunft. Den insgesamt 521. 896 Euro Einnahmen stehen rund 428.000 Euro Ausgaben gegenüber, womit ein Überschuss von etwa 93.000 Euro erzielt wurde.

Auszeichnung für Nicola Förg

Sie ist nicht nur eine begeisterte und sehr erfolgreiche Journalistin und Roman-Autorin, die bislang 15 Oberland- und Allgäu-Krimis verfasst hat, sie ist zudem auch eine große Tierfreundin, die jedes Wochenende im „Journal“ des „Garmisch-Partenkirchner/Murnauer Tagblatts“ die „Tierseite“ betreut. Schließlich lebt sie selbst in Prem nahe Lechbruck im Ostallgäu im eigenen Ponyhof zwischen sieben Pferden und 12 Katzen: Vereinsmitglied Nicola Förg, eine der beliebtesten „Crimeladies“ Deutschlands, wurde anlässlich der Tierschutz-Jahresversammlung 2015 von den Vorsitzenden Tessy Lödermann und Gitta Wünsch ganz besonders geehrt – nicht zuletzt mit einer originellen (sprechenden) Elch-Trophäe. Zum Dank las Förg anschließend aus ihrem neuesten Buch „Das Glück dieser Erde – Unsere Pferdegeschichten“, in dem sie, von Katharina Rücker-Weininger illustriert, von ihrer großen Leidenschaft erzählt, den Pferden.

Für ihre mannigfaltigen Verdienste wurden beim Tierschutzverein auch einige andere Mitglieder geehrt: Gaby Beutelberger, Wilma Bötsch, Renate Reiser, Erika Küpper sowie Maria und Emil Rieder.

Wolfgang Kaiser / Merkur
60 Jahre Tierschutzverein - Dank an Tessy Lödermann
Artikel im Garmischer Tagblatt am 06.10.2014:

"Hohes Engagement hat ein Gesicht"
Tierschutzverein Garmisch-Partenkirchen besteht seit 60 Jahren - Lobeshymnen auf die Leiterin Tessy Lödermann

Garmisch-Partenkirchen - "Dieser Verein nimmt der Marktgemeinde eine Pflichtaufgabe ab und hat dafür eine in ganz Deutschland bewunderte Einrichtung geschaffen - das Tierheim in der Schmalenau": Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) war voll des Lobes über den Tierschutzverein Garmisch-Partenkirchen, der nun im Olympiasaal des Kongresshauses sein 60-jähriges Bestehen feierte. "Das Engagement dieses Vereins", brachte die Rathaus-Chefin weiter zum Ausdruck, "hat aber auch ein Gesicht, nämlich jenes von Tessy Lödermann." Denn vor allem ihrem Engagement in den vergangenen 16 Jahren sei es zu danken, dass diese Organisation ihr heutiges Gewicht bekommen habe.

Bei der musikalisch umrahmten Festlichkeit nannte Lödermann Eckpunkte der Entwicklung des Vereins, dessen Vorsitz sie 1999 übernommen hat: "Am 29. März 1954 wurde der Tierschutzverein im Ort gegründet. Ziel war, Verständnis für das Wesen der Tiere zu wecken, Tierliebe zu fördern und Tierquälereien aufzugreifen und zu verfolgen." Basis des Heims war dann eine ursprünglich private Schweinezucht in der Schmalenau mit Platz für bis zu 25 Hunden und 30 Katzen.

Als Lödermann mit ihrem neuen Vorstand einstieg, "fanden wir ein baufälliges Tierheim vor, in dem vom Dach bis in jeden Raum alles kaputt war". Und dann gab es noch dieses Schreiben. Das von der Bundesimmobilienverwaltung, die mitteilte, dass das Gebäude abgebrochen und der Grund an den Bund zurückgegeben werden müsse. Der damalige Bürgermeister Toni Neidlinger griff ein, rettete das Heim. "Die Marktgemeinde kaufte es, und wir schlossen einen Erbbauvertrag auf 66 Jahre. Damit war der Weg frei, einen Neubau des Tierheims nicht nur zu träumen, sondern auch zu verwirklichen", erinnert sich Lödermann.

Trotz des schlechten Rufes und geringen finanziellen Mitteln ging's aufwärts: 2004 wurde das neue Katzen- und Kleintierhaus eröffnet, 2009 das Hundehaus mit Reptilienauffangstation und Notaufnahme für Groß- und Wildtiere. "Den ganzen Neubau haben wir ohne jegliche öffentliche Mittel aus eigener Kraft gestemmt", sagte Lödermann stolz. Durch Fundtier-Pauschalverträge mit den Landkreis-Gemeinden und einem Kreiszuschuss sind mittlerweile ein Teil des Betriebs gesichert.

In der vergangenen Woche sei es überdies gelungen, 4600 qm als Freilauffläche für Hunde hinzuzukaufen. "Wir haben jetzt ein Tierheim im besten Sinne des Wortes, einen starken Verein mit 1200 Mitgliedern und Jahr für Jahr finden bei uns bis zu 1500 Tiere Hilfe, Liebe und Pflege und meist ein gutes, neues Zuhause."

Anschließend ergriff Nicole Brühl, Präsidentin des Bayerischen Tierschutzbundes, das Wort. Auch sie würdigte die Arbeit Lödermann: "Sie habe viel bewegt und es geschafft, dass der Tierschutz in die Bayerische Verfassung aufgenommen wurde." Die Vorsitzende durfte sich bei der Feier, die als Benefizabend für die Umzäunung des neuen Hundefreilaufgeländes gedacht war, nicht nur über Worte des Lobes freuen, sondern auch über finanzielle Hilfe. Gleich mehrere Spenden gingen ein, darunter die des Rettungshunde-Verband Bayern (850 Euro) und vom Chef der Mittenwalder Tierschützer, Max Kastenberger (1000 Euro).